Metallica: Death Magnetic

17. Oktober 2008 | Von | Kategorie: CD-Reviews

Ein druckvolles Album, dass viele von Metallica niemals mehr erwartet hätten!

In den 80ern gab es im Trash Metal Genre ein globales Wettrüsten: lauter, schneller, wilder!
1991 läuteten Metallica entgegen dem damaligen Trend die Abrüstung ein: sie verlangsamten das Tempo, kürzten ihre Songs und spielten auf einmal Radiotauglichen Metal! Bei den nachfolgenden Alben erfand sich die Band jedes Mal neu, liess zwischendurch gar andere musikalische Einflüsse zu und lud als Krönung die ganze Welt zur gemeinsamen „St. Anger“ Gruppentherapie.

Damit ist nun Schluss: Metallica verlassen den Schmusekurs und sind auf „Death Magnetic“ bis hinter beide Ohren mit voller Härte zurück!

Die Band hat eine Zeitreise angetreten und ist geradewegs zu ihren epischen Anfängen zurückgekehrt. Schon die ersten 2 Minuten des Openers „That Was Just Your Life“ entfesseln James Hetfields ungestüme Gitarrenarbeit und Lars Ulrichs Doublebass-Schlagzeug-Gekloppe. Ein längst vergessen geglaubter Sound, der die Combo Live auf der Bühne sicher vor die eine oder andere Herausforderung stellen wird…

Mit dem neuen Album gab es einen Split mit dem bisherigen Produzenten Bob Rock – jenem Produzenten, der seit 1991 Hand an jedes Metallica Album legte und die Band immer weiter Richtung Prägnanz und Hektik drängte. Der traurige Höhepunkt war schliesslich „St. Anger“, das eher Soundtrack zum Therapie-Film als ein vollwertiges Album wurde.

Rick Rubin als neuer Produzent bugsiert Metallica genau in die entgegengesetzte Richtung: mehr als die Hälfte der neuen Tracks sind über 7 Minuten lang und zeigen nicht die typische Struktur „Strophe-Refrain-Strophe“, sondern eher „Langes Intro-Wildes Rumgejamme-Strophe-Noch wilderes Rumgejamme-Refrain-Überleitung-Hammer Solo-Outro“; das erzeugt Spannung beim Hören und macht jede Menge Spass.

Die eigentlich Länge der Songs bemerkt man dann auch gar gar nicht, sie sind sehr abwechslungsreich und kombinieren melodische Raffinessen mit der geballten Kraft der frühen Metallica Alben. Das grossartige „All Nightmare Long“ als Beispiel – man könnte es auch als Sequel zu „Enter Sandman“ sehen – verbindet „Master of Puppets“-typische Gitarrenriffe mit einem Refrain, der es auch auf das Schwarze Album geschafft hätte.
Oft denkt man einen neuen Song zu hören, dabei gab es nur wieder einen Tempo- und Melodiewechsel – und kurze Zeit später brüllen die Gitarren wieder auf.

„St. Anger“ war ein fehlgeschlagener Versuch „rauh“ zu klingen, „Death Magnetic“ dagegen klingt einfach fett, aufgemotzt – und hart. Die Band ist wieder lebendig und spielfreudig, auch wenn die flinken Finger von Neu-Bassist Robert Trujillo meistens nur ein entferntes Rumpeln erzeugen. Hier hätte man ruhig etwas Mut zu feineren Basslines beweisen können.

Angeblich ist bei der Abmischung etwas schief gegangen, aber ich denke Metallica wollten genau diesen komprimierten und druckvollen Sound schaffen, der vor allem eins hat: Eier! :-)

Bewertung: ★★★★☆

Tracklisting:
1. That Was Just Your Life
2. The End Of The Line
3. Scarred
4. The Day That Never Comes
5. All Nightmare Long
6. Cyanide
7. The Unforgiven III
8. The Judas Kiss
9. Suicide & Redemption
10. My Apocalypse

 
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Weitere Infos:
www.metallica.com
Wikipedia

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